• „Der Gerettete kann zum Retter werden“

    Landrat Josef Laumer übernimmt Patenschaft für einen K-9 Tiersuchhund

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    Alexandra Grunow, Gründerin des K-9 Suchhundezentrums, Leila Badry, Leiterin des Standortes Niederbayern und Landrat Josef Laumer (von links) mit der Patenschaftsurkunde.

    Es war ein haariger Termin, gestern Morgen im Landratsamt – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Tiersuchhund Nike und sein Frauchen Dr. Leila
    Badry haben Nikes neuen Paten bei der Arbeit besucht: Landrat Josef Laumer. Kennengelernt haben sich Nike und sein Pate durch einen Zufall. Er habe etwas für einen Abendtermin
    vergessen und musste deshalb noch einmal zurück zum Landratsamt,erzählt Laumer. „Da waren dann hinter dem Gebäude Hunde, die irgendetwas im Gebüsch gesucht haben.“ Auf Nachfrage fand der Landrat heraus, dass es sich dabei um eine Übung der K-9 Suchhunde handelte. „Und kurz darauf habe ich auch schon die Anfrage bekommen, ob ich nicht eine Patenschaft
    übernehmen will“, sagt Laumer und lacht. Natürlich habe er gerne zugesagt, Nikes Pate zu werden. Zumal das Projekt der Tiersuchhunde auf ehrenamtlichem Engagement beru-
    he und vielen verzweifelten Tierbesitzern helfen könne.

    Jährlich werden 300000 Tiere vermisst!
    Denn jährlich werden über 300000 Tiere in Deutschland bei Tasso, dem größten Haustierregister Europas, als vermisst gemeldet. Die
    Tiere kommen dabei aus den unterschiedlichsten Gründen abhanden. Oft büchsen Tierschutzhunde aus,weil sie auf ihre Umwelt noch ängstlich reagieren, Freigänger-Katzen kommen nach dem nächtlichen Spaziergang nicht wieder nach Hause oder Zootiere finden einen Weg aus ihrem Gehege. Für diese Fälle hat Alexandra Grunow über die vergangenen zehn Jahre hinweg
    das K-9 Bundesausbildungszentrum für Suchhunde aufgebaut und etabliert. Wird also ein Haustier vermisst, können die Besitzer die Tiersuchhunde rufen. Mithilfe eines
    sogenannten „Geruchsartikels“,beispielsweise eine Decke oder ein Spielzeug, dass den Geruch des vermissten Tieres trägt, nimmt der Hund dann die Fährte auf. „Es geht
    bei der Suche aber auch ganz viel um Taktik“, erklärt Grunow.

    Laumer_Nike

    Landrat Josef Laumer auf Tuchfühlung mit seinem Patenhund „Nike“.

    Die entlaufenen Tiere dürften beispielsweise nicht gehetzt und so noch weiter weggetrieben werden. Im vergangenen Jahr konnten die fleißigen Vierbeiner so insgesamt
    146 vermisste Tiere finden. Und die Nachfrage nach der Hilfe durch die Suchhunde steigt stetig. „Deshalb brauchen wir auch dringend weitere Unterstützung für unsere TierTrailer“, betont Alexandra Grunow. Geeignet für dieses besondere Hobby sei eigentlich jeder Hund. „Beispielsweise ist es ein gutes Training für schüchterne oder ängstliche Hunde, wie es Tierschutzhunde oft sind.“
    Die Ausbildung gebe ihnen mehr Sicherheit und steigere das Selbstbewusstsein. „So werden die Geretteten selbst zu Rettern.“

    Super-Schnüffler trotz Handicap
    Sogar ein blinder Hund sei im Team und ein begabter Schnüffler. Ihn könne man vor allem bei Dämmerung gut Einsetzen, wenn ein anderer Hund vielleicht von herauskommendem Wild abgelenkt werde.
    „Das Suchen hat wirklich sehr viel mit Taktik zu tun“, sagt Grunow und schmunzelt.
    Eine ganz besondere Taktik beherrscht auch der Golden Retriever Nike. Mit freundlichem Schwanzwedeln und einem treuen Blick hat er sofort sämtliche Mitarbeiter des Landratsamtes für sich gewonnen.

    Selbst Landrat Laumer, der zu seinem nächsten Termin mit ein paar Hundehaaren an der Anzughose gehen musste, war von dem Vierbeiner begeistert.

    Quelle: Text, Bericht und Bilder wurden vom Straubinger Tagblatt zu Verfügung gestellt