• Kits Überlebenstrip

    Suchhundezentrum Hessen Süd:

    Zur besten Tatortszeit rief mich am 12.4.15 Renate K., eine gute Bekannte, um 20:15 an. Ihr Hund „Kit“ war bei seinen Tagespflegeleuten um 18:00 unglücklicherweise vom Bordstein runter gelaufen, direkt von einem Bus erfasst worden und dann „verletzt“ weggelaufen. Wie schwer, was und wohin war zuerst nicht zu erkennen. Die Kinder, junge Erwachsene, waren sofort mit vielen Freunden mit Fahrrädern, Autos und zu Fuß ausgeschwärmt um ihn zu suchen. Tatsächlich fanden sie blutige Pfotenabdrücke, die bestätigten, dass er verletzt ist und auch ein Helfer sah ihn an einer Bank unterhalb eines Waldes. Aber er konnte nicht angelockt werden und Renate war noch auf der Arbeit gewesen.

    Wir trafen uns um 21:00 mit Lyra am „Sichtungspunkt Bank“ um dort anzusetzen und so schneller zum Erfolg zu kommen, so der Plan.
    Lyra zeigte auch sofort Blut im Gras an und fand diesen blutigen Pfotenabdruck.

    Sie war durch das Blut anders als sonst, sehr konzentriert und Alles um sich vergessend. Sie zog dann zügig los, bog hinter einem Garten direkt ab und rannte nach ca. 200m wie in einem Endpool los und ich dachte nur: Das ging ja schnell, denn vor uns waren in einem Gebüsch runde Augen zu sehen, die seiner Größe entsprachen. Ich befahl allen Helfern die Lichter auszumachen und Renate ging in die Dunkelheit. Leider auch nach 20 min keine Regung, so dass ich Lyra weiter arbeiten ließ. Sie war wieder ganz aufgeregt und rannte nur im Kreis. Ich beendete die Suche und empfahl vor Ort zu bleiben, da ich ihn direkt in der Nähe, sich bewegend, vermutete.Leider brachte das keinen Erfolg. Nach 1,5 Std schlugen Wachhunde an einem Restaurant im Wald in ca. 800m an und auch die Autofahrt dorthin brachte keinen Kit zurück. Ich riet am nächsten Tag zu einer Menschenkette um das recht dichte und dornige Gelände systematisch abzulaufen. Und tatsächlich wurde er am nächsten Tag durch intensive und hartnäckige Suche gefunden. Wir vermuten, dass es seine Augen im Dunkeln waren, er aber über die vielen Lichter und Menschen zu erschrocken war und auch die Stimme seiner Besitzerin im Schock nicht erkannte. So lief er in einem Bogen um uns herum, an den Wachhunde vorbei und schleppte sich dann bis an den Waldrand wo er sich verkroch und gefunden wurde, schwer verletzt aber lebend in einem Morastloch. Der Tierarzt wusch sehr viel Schlamm aus der fast gehäuteten Pfote und die Prognose für die Pfotenerhaltung war mehr als schlecht, aber sie wollten den Versuch starten.

    Und jetzt am 5.5. ist klar, dass er mit Hilfe der Schulmedizin plus Naturheilkunde zwar noch einen langen Genesungsprozess vor sich hat, aber seine Pfote behalten kann. Und das ist die schönste Nachricht für Alle !

    Bericht von Marion Böttler